Eurokrise spitzt sich zu
Viele Wirtschaftsexperten sehen Europa am Abgrund. In einem Gutachten von 17 europäischen Ökonomen warnten diese vor einer Eskalation der Eurokrise. “Europa steuert auf eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen zu.“ Die Wissenschaftler verlangen von den Regierungen dringend mehr Anstrengungen, um den drohenden Kollaps noch zu vermeiden. Trotz der riesigen Transferzahlungen hat sich die Krise nicht vermeiden lassen.
Im Gegenteil – die Probleme der Krisenländer wie Griechenland, Spanien und Portugal werden immer größer. Deshalb kommen auf die Starken, zu denen auch Deutschland zählt, wohl weitere Belastungen zu. Die US-Ratingagentur Moody’s hat deshalb den Ausblick für die Bundesrepublik, die Niederlande und Luxemburg gesenkt. Der Ausblick wurde jeweils von stabil auf negativ heruntergestuft. Bisher gilt aber noch die Bestnote “AAA”. Der Weg aus der Krise kann nur gelingen, wenn es ein glaubwürdiges Bekenntnis zum strukturellen Wandel der Eurozone gibt. Langfristig sind eine Bankenunion erforderlich, um Staatsfinanzen und Kreditversorgung zu entkoppeln, tiefgreifende Finanzmarktreformen sowie Mechanismen zur Kontrolle der Fiskalpolitik.
Unentbehrlich sind aber auch ein geordneter Abwicklungsmechanismus für den Austritt von Staaten, die den Anforderungen des Fiskalvertrages nicht gerecht werden. Mittlerweile verlieren die größten Geldgeber Griechenlands die Geduld und wollen den Geldhahn zudrehen. Ein Staatsbankrott Griechenland wird immer wahrscheinlicher. In dem Fall müssten aber auch die Deutschen kräftig in die Tasche greifen: Nach einer aktuellen Schätzung der Dekabank würde eine Griechenpleite den Steuerzahler hierzulande kurzfristig 83 Milliarden Euro kosten. Selbst wenn das nicht passieren würde, ist davon auszugehen, dass Länder wie Spanien und Italien weitere Hilfen bräuchten.
Dann müssen die Staaten mit einer ihrer sehr guten Bonität die neuen Hilfen schultern. Der Weg aus der Krise gelingt nur, wenn die Konstruktionsfehler der Währungsunion beseitigt werden und das System neu gestaltet wird. Erst dann wird man das Vertrauen in den Euro zurückzugewinnen. Die Beseitigung der Altlasten – also der Schuldenkrise – müsse noch stärker als bisher von allen Euro-Ländern gemeinsam getragen werden.
Ebenso sind auch Mentalitätsunterschiede und Lebensgewohnheiten der unterschiedlichen Mitgliedsländer zu berücksichtigen. Ein Beispiel hierfür: In einem Mitgliedsland wird das Rentenalter mit 60 Jahren erreicht und in einem anderen erst mit 67 Jahren. So gibt es viele Beispiele, die bei der voreiligen Einführung der gemeinsamen Währung nicht berücksichtigt wurden.
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